12. März 2012
Ich persönlich bin ja kein großer Radiohörer, im Auto dann aber für ein bisschen (leider zunehmend schlechter werdende und immer die gleiche) Musik oft dankbar. Aber was mich im Radio (neben dem allgemein pseudo-lustigen, unglaublich nervigen Geschwätz) am meisten aufregt, ist ja der Umgang mit Arbeitsmoral.
Ich verstehe einfach nicht, wie man ein regelrechtes Schauspiel daraus machen kann, seine Arbeit oder die Schule nicht zu mögen. Großartig muss der Feierabend eingeläutet werden, die schrechliche Arbeitszeit kann nur mit Musik erträglicher gemacht werden und man fordert die Hörer lieber einmal zu viel als einmal zu wenig auf, ihre Arbeit für heute doch ganz bald zu beenden. Neulich war ein Schüler vor 8 Uhr im Radio (keine Ahnung warum) und wurde gefragt, worauf er sich am heutigen Schultag am meisten freut. Seine Antwort: Auf das Ende des Schultages. Reaktion: Alle lachen.
Verständlich? Vielleicht. Auch für mich war das Ende des Schultages oder meiner bisherigen Arbeit oft genug eine Erleichterung. Aber muss man es deswegen fördern, ist das etwas, dass ich lustig oder gut finde und darüber lache, wie über einen tollen Witz, statt dass mal einer etwas sagt, wie: “Oh, das ist aber schade, wieso gefällt es dir denn nicht?”, und nach Verbesserungen sucht?
Nein, das gibt es nicht. Schule und Arbeit haben ja grundsätzlich eine schwere Last zu sein, dass einem seine Tätigkeit trotzdem Spaß macht, das kommt nicht vor. Und wenn doch, dann wird darauf nicht geachtet, wer am lautesten jammert, hat schon immer mehr Gehör gefunden.
A propos jammern: Wusstet ihr, dass der Deutsche Tierschutzbund stolze 800.000 Mitglieder hat, der Kinderschutzbund hingegen nur 50.000? Schockierend, oder? Und typisch deutsch, denn am sichersten lebt man hier doch, wenn man ein Tier an seiner Seite hat (z. B. eine Hund, kein Deutscher überfährt einen Hund!) und ausreichend Fernsehsendungen, die sich mit Tierschutz beschäftigen, gibt es auch. Aber wen interessiert schon Kinderschutz, wenn man die Rotzbälger aus dem Haus nebenan schon nicht leiden kann…
1. März 2012
Gestern hatte ich ihn wieder, einen dieser tief philosophischen Momente. Wenn Menschen von tief-philosophischen Momenten reden, dann wird meist der Ort des Momentes besonders hervorgehoben. Oft kommen vor: Einsame Natur, Berggipfel, Bett, Toilette. Und Auto! Das kann nun daran liegen, dass der durchschnittliche Deutsche viel Zeit in seinem Auto verbringt (vermutlich mehr als auf der Toilette, aber hoffentlich weniger als im Bett und absolut sicher mehr als in der einsamen Natur und auf Berggipfeln… leider). Andereseits gibt es aber auch nur im Auto diesen speziellen, diesen einzigartigen Moment: Den Mitten-in-der-Nacht-rote-Ampel-Moment. Der Name sagt schon alles: Man steht mitten in der Nacht, kein Mensch außer einem selbst weit und breit zu sehen, ein einer roten Ampel. Diesen Moment hat man wirklich nur im Auto. Auf dem Fahrrad fährt man bei Rot wahlweise kurz auf der falschen Straßenseite, vom Gehweg auf die Straße oder von der Straße auf den Gehweg, die rote Ampel wird quasi geschickt umgangen. Zu Fuß trifft man schlichtweg auf viel weniger Ampeln, und wenn doch, wird sie mehr oder weniger ignoriert: Einmal umgeguckt, ob jemand guckt und rüber! Meine persönliche Strategie: Zwanzig Meter weitergehen und dann erst rüber. Ist zwar auch nicht erlaubt, aber das schlechte Gewissen ist nicht ganz so groß.
Also man sitzt im Auto und dieses Auto steht nun an der roten Ampel. Mitten in der Nacht. Mutterseelen allein. Und dann beginnt der Moment des Philosophierens und es geht sofort mitten in die Vollen mit einer der hoch-philosophischsten (ist das ein Wort?!) und grundlegendsten Fragen der Menschheit: Warum?
Warum ist diese Ampel, mitten in der Nacht, weit und breit kein Mensch, warum zur Hölle ist diese verfluchte Ampel rot? (Das Fluchen zeichnet übrigens einen erfahrenen Rote-Ampel-Philosophen aus: je mehr Flüche, umso mehr Erfahrung.) Dann geht es weiter: Warum ist diese Ampel überhaupt eingeschaltet? Hat sich die Stadt da denn keine Gedanken gemacht? Und dafür zahle ich Steuern, dass die sich keine Gedanken machen, dass die keinen Experten dafür einschalten, dass ich mitten in der Nacht hier an einer roten Ampel stehe, obwohl kein Mensch weit und breit zu sehen ist! Warum unternimmt da keiner was dagegen? Warum lassen wir uns so behandeln?
Und dann kommt die ultimative, die alles entscheidende, die tiefgründigste Frage überhaupt: Warum habe ich an dieser Ampel überhaupt angehalten?
In diesem Moment beginnen Gedanken an Meuterei, Regelbruch, ja gar Verbrechen: Ich fahre jetzt einfach drüber, über diese rote Ampel. Der Blutdruck und Pulsfrequenz gehen hoch, der Andrenalinspiegel steigt, Schweißausbrüche. Soll ich es tun, ja oder nein? Wenn ich tue, wird sofort eine Polizeistreife hinter der Häuserecke gegenüber auftauchen und mich stellen. Wenn ich es nicht tue und an der Häuserecke vorbeifahre, wird dort keine Polizei sein und ich werde mich ärgern, weil ich dann ja schon früher hätte fahren können.
Und in diesem ganzen philosphischen Hin und Her der Gedanken, nach einer langen Reihe wichtiger philosophischer (vielleicht auch gesellschaftskritischer) Erkenntnisse, ist sie auch plötzlich wieder grün, die Ampel. Und man kann fahren. Ganz legal.
A propos legal: Liebe Polizei: Natürlich fahre oder laufe ich nie über rote Ampeln, auch nicht zwanzig Meter weiter, fahre mit dem Rad auch immer auf der richtigen Straßenseite und niemals auf Gehwegen. Das war alles fiktiv und diente der Untermalung dieser Geschichte. In Wahrheit hatte ich noch nicht einmal einen echten Mitten-in-der-Nacht-rote-Ampel-Moment, es war nämlich erst 24 Uhr, die Ampel war nicht lang rot und mein Philosophieren bestand lediglich in der Erkenntnis: Ah, das ist er also wieder, dieser Mitten-in-der-Nacht-rote-Ampel-Moment. Na, das muss ich morgen in meinen Wegblog schreiben! Dann war schon wieder grün.
Und ich glaube, dass ist auch der einzige Grund, warum Mitten-in-der-Nacht-an-roten-Ampeln-philosophieren erfunden wurde: Damit die Ampel schneller grün wird!
19. Februar 2012
Ich dachte, der Winter wäre vorbei, aber heute gab es wieder Schneegestöber. Mir persönlich reicht es ja schon seit Beginn des Winters mit dem Winter. Und meinem Auto auch. Dreimal war die Batterie schon leergesaugt von der Kälte, so dass es nicht mehr starten konnte, weshalb ich nun Experte im Fahrzeug-Anschieben bin – also, im Drinsitzen und Starten, während andere Schieben, besser gesagt.
Einmal überkam mich allerdings der Spieltrieb, beim Schneeschieben:

Übrigens: Wie heißt ein Besen im Winter? Schneebesen! Kleiner Scherz am Rande…
Was die Uni betrifft, stoße ich bei immer mehr Mitstudierenden auf die Frage: Warum studieren die eigentlich? Die meisten scheinen keinerlei Interesse oder Spaß an Biologie zu haben. Entsprechend laut ist es im Hörsaal und entsprechend angespannt sind meine Nerven. Nun ja, aber das Semester ist ja fast rum, noch zwei Wochen Chemie-Praktikum (mit jeden Tag einer Stunde Seminar, bei dem der Dozent wegen erwähnter Mitstudierenden kaum zu verstehen ist), die dazugehörige Chemie-Klausur und dann Ferien. Ferien mit bisschen Geld verdienen als Aushilfslehrerin.
Gestern habe ich ein holländisches Wort gelernt: knuffelen (gesprochen aber eher knöffelen).
Ja, ich weiß, das heißt eigentlich niederländisch, aber die Mutter, die dieses Wort verwendet hat, ist genau genommen Holländerin. Hat mit ihrem Baby geknuffelt, das heißt nämlich so etwas wie kuscheln oder liebkosen. Holländisch ist eh so eine putzige Sprache! Doch dann bin ich auf ein weiteres Wort gestoßen: knutselen. Dachte, so als logische Konsequenz, das heißt knutschen oder ähnliches. Weit gefehlt: Knutselen bedeutet Eigenbau.
Da finde ich knuffelen aber passender…
11. Februar 2012

Ganz neu? Aus den Niederlande? Ach… Aber an den Beinen trägt man sie trotzdem, oder?
31. Januar 2012
Morgen steht meine erste Klausur an: “Ökologische und systematische Diversität A” kurz: Zoologie. Ein wirklich tolles Fach, zwar im ersten Semester etwas insektenlastig, aber auch da gibt es spannendes zu erfahren. Und damit ich in der Endphase meiner Lernerei nicht so alleine bin, habe ich die, aus meiner Sicht, interessantesten Dinge auch für euch zusammengestellt.
Wer bei “Epigyne” an eine weibliche Sagengestalt aus Griechenland wie Elpis, Eileithyia, Eidothea oder Echidna denkt: falsch! Es ist die Geschlechtsöffnung einer weiblichen Spinne, auch wenn’s heroisch klingt.
Falls ihr, wie so viele, dem Irrglauben unterliegt, dass ein Schmetterling nicht mehr fliegen kann, wenn man seine Flügel anfasst, weil dann die Schuppen abreißen, muss ich euch enttäuschen: Zwar gehen durch die Berührung u. U. Schuppen verloren, aber zum Fliegen braucht ein Lepidoptera sie nicht. Im Gegenteil, manch einem Schmetterling hat allein das Abreißen der Schuppen schon das Leben gerettet, weil er sich dadurch aus klebrigen Spinnennetzen befreien konnte. Und außerdem machen sie so hübsche Farben!
Rund um Skorpione: “Echte” Skorpione gehören zu den Spinnentieren, ebenso die Pseudoskorpione – letztere sind jedoch um einiges kleiner und haben zwar etwa Form und Scheren eines Skorpions, der Giftstachel fehlt jedoch. Außerdem gibt es Skorpionsfliegen, das ist eine Familie aus der Ordnung der Schnabelfliegen. Die sind klein, haben – wie der Name schon sagt – einen verlängerten, schnabelartigen Kopf und die Männchen ein Begattungsorgan, das wiederum aussieht, wie ein Skorpionsschwanz mit Stachel. Skorpione zum selber basteln? Neee…
Wer glaubt, Insekten vermehren und entwickeln sich rasch, der hat nicht immer Recht: Die Siebzehnjahr-Zikade braucht, wie der Name schon erahnen lässt, stolze siebzehn Jahre um “erwachsen” zu werden – und dann darf sie noch nicht einmal begleitet Auto fahren.
Der Gemeine Holzbock klingt nach einer gewöhnlichen Käferart, ist allerdings die am häufigsten vorkommende Zeckenart! Und Zecken sind übrigens Milben. Und Milben heißen wissenschaftlich “Acarina” – weshalb alle mit Namen Karina oder Carina sich nun freuen können, denn ihr Name bedeutet damit soviel wie “ohne Zecke”.
Nicht alle Spinnen haben acht Augen und nicht alle Spinnentiere acht Beine. Allerdings haben alle Spinnen acht Beine und alle Spinnentiere maximal acht Augen.
Viele Fische haben beständig Spannung im Schädel. Dadurch entsteht beim Maul öffnen ein Unterdruck und Nahrung wird eingesaugt. Ich habe auch recht oft Spannungen im Schädel, aber Nahrung sauge ich dabei nie ein. Komisch…
Das heutzutage die meisten Menschen Lactose (Milchzucker) vertragen ist nicht selbstverständlich, denn eigentlich ist Milch für Säuglinge gedacht und nicht für den erwachsenen Organismus. Durch Punktmutationen, die das erste mal vor ca. 5.000 Jahren auftraten, wurde die Kontrollregion eines Gens, das für Lactasebildung zuständig ist, jedoch derart verändert, dass mittlerweile etwa 80% der Menschen Lactose vertragen. Muuuh!
Manche Schlangen (z. B. Pythons) bleiben wochenlang ohne Nahrung. Dabei reduziert sich ihr Verdauungssystem extrem. Innerhalb von 24 Stunden nach einer Mahlzeit wird jedoch das ganze Darmepithel verdoppelt und die Stoffwechselrate steigt um das 40fache! Wenn Magenverkleinerung beim Menschen nur auch so einfach wäre…
Es gibt Antarktisfische, z. B. Pagothenia borchgerviki, die bei einer Wassertemperatur von 4°C sterben – an Hitzetod!
Je kleiner ein Säugetier, umso höher ist die Stoffwechselrate: Eine Wiesenwühlmaus frisst in einer Woche etwa das Sechsfache ihres Körpergewichts, ein Nashorn gerademal ein Drittel. Also, seines eigenen Körpergewichtes, nicht das der Wühlmaus.
Menschen können keine Zellulose verwerten – Kühe auch nicht. Trotzdem fressen die zu den Wiederkäuern gehörenden Rinder Gras und werden davon satt. Das verdanken sie Mikroorganismen, die sich in ihrem Pansen (einer ihrer vier Mägen) angesiedelt haben. Und das nennt man dann heterotrophe Symbiose, weil sowohl Kuh, als auch Mikroorganismus etwas davon haben. Nur auf uns Menschen wollte sich mal wieder keiner einlassen…
PS: Ich habe eine neue Seite eingerichtet: “Biologie-Links”. Darin werde ich in Zukunft Links zu Online-Artikeln, Videos usw. sammeln. Schaut gelegentlich rein, es sind meiner Ansicht nach wirklich spannende Sachen, auch für nicht Biologie-Studenten
30. Januar 2012
Es gibt ja nicht vieles, was über ein Leben hinweg konstant bleibt. Also immer gleich gut oder gleich schlecht ist. Aber das Bettfertig-Gefühl gehört definitiv dazu. Also zu den guten Sachen!
Es gibt meiner Ansicht nach sogar sehr wenige Dinge, die an das Bettfertig-Gefühl rankommen. Das Gefühl, wenn man spät abends den Schlafanzug angezogen und die Zähne geputzt hat, aber trotzdem noch nicht gleich ins Bett geht. Aber wichtig: Man jederzeit ins Bett gehen könnte!
Das ist so ein schönes Gefühl! Alles noch machen können: Fernsehen, Computer spielen, lernen, arbeiten, lesen und egal wann, quasi jederzeit und völlig spontan ins Bett gehen können, ohne sich vorher noch lästig umzuziehen und die Zähne zu schrubben. Wobei Zähne putzen allein bei mir ja schon einen komischen Müdigkeitsreflex auslöst, zumindest meistens, mein Hirn scheint darauf getriggert zu sein, dass Zähne putzen ins Bett gehen entspricht. Weil ich dieses Bettfertig-Gefühl eben doch eher selten auskoste.
Dieses Gefühl übertumpft sogar irgendwie die Vorfreude nach dem Kauf neuer Klamotten oder Schuhe, die neuen Klamotten oder Schuhe baldmöglichst zu tragen. Ohne, dass ich jetzt einen Klamotten- oder Schuhtick habe, aber das ist auch so ein schönes Gefühl.
Vorfreude. Das ist es. Das beschreibt das Bettfertig-Gefühl: Vorfreude auf’s ins Bett gehen. Boah, freue ich mich jetzt auf’s Bett gehen!
18. Januar 2012
Heute beim Kontoauszüge holen ist mir etwas aufgefallen: Auf den Kontoauszugsautomaten in den Banken steht ja immer etwas in der Art wie: “Werfen Sie keine Kontoauszüge in den Papierkorb, damit ihre Kontodaten nicht missbräuchlich verwendet werden können.” Das ist richtig und auch gut, dass davor gewarnt wird. Allerdings steht neben dem Automaten für die Kontoauszüge ein Mülleimer. Ein Spezial-Mülleimer. Ein Spezial-Kontoauszugs-Mülleimer! Denn der Einwurfschlitz in diesem Mülleimer ist so dünn, dass da nichts reinpasst, außer Kontoauszügen. Gut, Geldscheine vielleicht noch, das macht jetzt aber auch nicht so viel Sinn aus meiner Sicht. Auf jeden Fall passt da kein “echter” Müll rein, noch nicht mal ein vollgerotztes Taschentuch, eine zusammengeknüllte leere Bäckertüte oder Ähnliches, was man halt grad so in der Tasche hat und loswerden möchte.
Warum ist das so? Ein Test für die Bankkunden? Ein Gag, für alle die den Widerspruch erkennen? Ein Relikt aus Zeiten, als man noch den Druckerrand abreißen musste und die Papierstreifen gleich wegwerfen wollte. (Ach herrje, das reihe ich in die Liste der Dinge ein, die Großeltern irgendwann mal ihren Enkeln erzählen: Als ich Kind war, gabs noch die D-Mark, Pluto war noch ein Planet und die Kontoauszüge hatten noch einen Rand zum Abreißen! Oder generell: Es gab noch Kontoauszüge, ich wette nämlich, die werden bald auch ent-papiert und ausschließlich ver-onlined.) Oder dieser Mülleimer stammt noch aus Zeiten, in denen Kontodaten aus Mülleimern einfach nicht missbräuchlich verwendet wurden. Oder er ist für die Menschen gemacht, die allen Warnungen zum Trotz ihre Kontoauszüge eben doch in den Mülleimer werfen, und aus purer Nächstenliebe oder um der Bank selbst Arbeit zu ersparen, wurden die Mülleimer dann so konstruiert, dass im besten Fall niemand mehr die Kontoauszüge wieder herausklauen kann.
Ja, das scheint mir durchaus plausibel. Werde bei Gelegenheit überprüfen, wie einbruchsicher der Mülleimer wirklich ist, um die Theorie zu prüfen.
10. Januar 2012
Alltag: Manch einer mag sich fragen, was eine Tiger so den lieben langen Tag macht. Also, ich an eurer Stelle würde mich das fragen. Das ist schnell erzählt: Chemie lernen und GuildWars spielen. Hinzu kommen Kleinigkeiten wie für andere Fächer lernen, lesen, essen, schlafen, usw.
Bäcker: Ein morgendlicher Bäckerbesuch ist schon was Feines: Da ist es muckelig warm, es gibt was zu Essen und riecht richtig gut nach Laugengebäck. Und heute ist mir aufgefallen, dass dieser Geruch einen in Form von Bäckertüten verfolgt, denn egal, was man sich gekauft hat, es riecht immer nach Laugengebäck! Meine Theorie: Die Bäckertüten sind mit künstlichen Geruchsstoffen versetzt, damit man unterbewusst zum Kaufen animiert wird. Wie Kaufhausmusik! Oder die Bäcker wollen einfach nur für mehr Wohlbefinden beim Frühstück sorgen.
Chemie: Am Freitag muss ich für das Chemie-Praktikum einen Sicherheitstest bestehen. Wenn das vorbei ist, werde ich mir überlegen, ob ich noch in die Chemie-Vorlesungen gehe. Der Schlaf dort ist nämlich nicht sehr erholsam. Scherz… aber viel mitkriegen tue ich von den konfusen Vorlesungen sowieso nicht, dann reicht es eigentlich, wenn ich mich nur mit den konfusen Skripten herumschlage.
Drei Könige: Habe dieses Jahr gelernt, dass der 6. Januar kein bundesweiter Feiertag ist. War ich schon überrascht. Früher habe ich immer bei den Sternsingern mitgemacht, dieses Jahr hätte ich mich beinah als Betreuer angeboten, es dann aber doch wieder gelassen. Und als ich in der Stadt die Drei Weisen mit einem großen Holzstern nacheinander schlagen sah, wusste ich auch wieder, warum…
Erdmännchen: Ich mag Erdmännchen! Ich habe ganz viele Erdmännchen zu Weihnachten bekommen: Erdmännchen-Film, Erdmännchen-T-Shirt, Erdmännchen-Kalender…
Fluch der Karibik: Ein nächstes Weihnachtsgeschenk. Ich gehe morgen zu den Münchner Philharmonikern, die den Soundtrack von “Fluch der Karibik” spielen.
GuildWars: Habe “Prophecies” und “Eye of the North” nach über drei Jahren nach dem Erwerb des Spieles endlich geschafft und spiele jetzt auf einem zweiten Account “Factions”. Spiele dort eine Assasinin, aber ich glaube, ich mag sie nicht. Zu dünn, schlechte Lauf-Animation und außerdem bin ich nicht für Nahkampf-Klasssen – ich laufe meinen Feinden doch nicht hinterher, um sie zu treffen! Aber dass die weiblichen Klassen dort immer magersüchtig sein müssen und freizügige Rüstungen tragen, die ihren Namen nicht verdienen, stört mich zunehmend.
H-Milch: Schwer. Sehr, sehr schwer. Zu schwer. Aua.
Interesse: Mein Bio-Studium ist spannend und interessant, aber im Hörsaal ist es stets recht unruhig bis laut. Bei vielen denke ich mir deshalb, warum die sich überhaupt in die Vorlesung setzen – zum Tratschen? So eine geringe Aufmerksamkeitsspanne kann man sich in anderen Studienfächern sicher nicht leisten…
Januar: Im Januar gibt es viel zu tun: Für die Prüfungen lernen, ins Konzert gehen, Klettern gehen, den Eltern ein leckeres Menü kochen, auf zwei Neujahrsempfängen selber bekocht werden und in die Stadt will ich auch mal wieder.
Klettern: Am Samstag gehts endlich wieder Klettern! Im Dezember bin ich eine 5+ vorgestiegen, nach acht verschiedenen Routen war ich platt, mal schauen, was diesmal geht. Noch mehr freue ich mich auf den Sommer, wenn es endlich wieder raus geht, die Aussicht in der Halle ist nämlich nicht so berauschend.
Lem, Stanislav: Autor von “Sterntagebücher”, die in der Serie “Ijon Tichy” verfilmt werden. Nicht jedermanns Sache, hab das Buch aber durch einen Zufall daheim im Schrank gefunden und finde es ausgesprochen gut. Ist nicht der “Hitchhiker”, aber lesenswert. Und auch die Serie lohnt sich.
Mitschriften: Meine Beobachtung: Auf fast allen Mitschriften und/oder Skripten von Studenten finden sich Zeichnungen und Schmiererein. Denn wenn Interesse oder Aufmerksamkeit (sofern vorhanden) nachlassen, lebt man sich eben künstlerisch aus.
Niere: Habe heute gehört, dass der Kühlergrill beim BMW ”BMW-Niere” heißt. Wer auch immer sich das ausgedacht hat, hat aber noch nie eine Niere gesehen! Wobei das Ford-Logo ja auch “Ford-Pflaume” heißt – und weder wie eine aussieht, noch wie eine schmeckt.
Oliver: Ein weiteres Weihnachtsgeschenk: Ein S. Oliver-Gutschein. Das verpflichtet ja quasi zum Shoppen und ist ein weiterer Grund, nicht nur abends in die Stadt zu gehen.
Parkscheibe: Habe eine alte Parkscheibe gefunden, auf deren Rückseite man Benzinverbrauch und Benzinkosten berechnen kann. Die Skala geht bedauerlicherweise nur bis 1,50 pro Liter Benzin – und das in D-Mark!
Qual: Der anstehende Chemie-Test, definitiv!
Rundflug: Noch ein Weihnachtsgeschenk: Ein Rundflug in einem kleinen Flugzeug mit selber steuern! Ich werde davon erzählen, wenn ich heil wieder unten bin.
Schnellkochtopf: Lasst euch gesagt sein: Der Deckel eines solchen Topfes hält einen Sturz von der Küchenarbeitsfläche nicht aus. Ganz sicher nicht. Geht kaputt. Ich weiß das. Verrate aber nicht, woher.
Trinken: Über teures Benzin kam ich auf teure Getränke: Wir finden 1,52 € für einen Liter Benzin teuer, bestellen im Lokal aber 0,4 l Apfelschorle für 2,80 €. Ok, im Bewusstsein, dass auch das teuer ist. Und ich zumindest trinke auch nicht so viel wie mein Auto, zumindest nicht während der Fahrt.
Ursache: Ich sag nicht, woher ich das mit dem Schnellkopftopfdeckel weiß!
Vorsätze: Heute für’s neue Jahr vorgenommen habe ich mir: Gute Klausuren abliefern, mehr Sport machen, mehr Trinken (mind. 2 l/Tag, alkoholfreies meine ich natürlich), öfters daheim übernachten, beim Einkaufen immer einen Wagen nehmen, nicht die Chemie-Vorlesungen aussetzen.
Weihnachten: Noch 349 Tage (ist ja ein Schaltjahr).
X: siehe Y
Y: siehe X
Zerrung: Habe mir beim Tragen einer Palette H-Milch durch ein überdimensioniertes Kaufhaus die Oberarme gezerrt. Hatte keinen Wagen. Aber was sollte ich machen? Die Milch läuft ja nicht alleine zur Kasse! Und sorry, dass ich keinen positiveren Schluss habe…
16. Dezember 2011
Bettwäsche mit Aloe vera, Schlafmasken mit Aloe vera, Kaugummis mit Aloe vera, Cocktails mit Aloe vera, Rezepte mit Aloe vera, (Stütz-)Strümpfe mit Aloe vera, Spülmittel mit Aloe vera, Schuhputzmittel mit Aloe vera, Hundefutter mit Aloe vera, Stempelkissen mit Aloe vera; Aloe-vera-Saft, Aloe-vera-Duft, Aloe-vera-Kapseln und nicht zu vergessen MakeUp, Zahnpasta, Feuchtigkeitscremes, Duschgels, (Hunde-)Shampoos, Seife, feuchtes Toliettenpapier, Taschentücher, Sonnencreme, Deos, Sprays, Gesichtsmasken, Nagelbalsam, Rasiergel ja sogar Gleitgel mit Aloe vera.
Die Frage, wo Aloe vera nicht drin ist, scheint heute einfacher zu beantworten, als wo sie drin ist. Doch was ist das für eine Wunderpflanze, die vor einigen Jahren einen solchen Boom erlebte? Ich will sie euch heute vorstellen und das Allzweck- und Allheil-Mittel etwas näher bringen.
Die Aloe vera ist eine der wenigen Pflanzen, die unter ihrem wissenschaftlichen Namen besser bekannt ist, als unter ihrem deutschen: Echte Aloe. Auch bekannt als Aloe barbadensis, wobei der erste Begriff, wie bei allen wissenschaftlichen Namen, die Gattung (Aloe) benennt. Insgesamt gibt es 400 Aloe-Sorten, wobei nur drei zu “medizinischen” Zwecken verwendet werden.
Wie sieht so eine Aloe aus? 
Statt euch umständlich die Blattformen und Blütenstände zu beschreiben, habe ich euch ein Bild mitgebracht. Der Stamm kann einen Durchmesser von 30 cm erreichen, von ihm zweigen etwa 16 6-7 cm breite Blätter von 40-50 cm Länge ab. Sie sind blaugrün, oft rötlich, und haben am Rand zahnartige Dornen. Wie Agavengewächse gehören sie in die Ordnung der Spargelgewächse und sind ausdauernde Blattsukulenten, was aufgrund ihrer vermuteten Heimat, der arabischen Halbinsel, und den tropischen und subtropischen Gegenden, in denen sie heutzutage kultiviert werden, nicht verwunderlich ist. Die Blätter haben drei Schichten: Die oberste, lederartige Schicht dient dem Schutz vor Austrockung, der gelbe, harzige Saft darunter enthält Bitterstoffe, die vor Tierfraß schützen und die unterste Schicht ist der Flüssigkeitsspeicher.
Der Blütenstand der bis zu 10 Jahre alt werdenden Pflanzen kann über einen Meter hoch werden.
Wild wachsende Aloen sind seit 1973 geschützt, die oben genannten Produkte erhalten ihren Aloe-vera-Zusatz also von künstlich vermehrten Pflanzen. Aber welche heilenden Wirkungen hat nun die Wunderpflanze Aloe vera?
Seit alters her ist der eingedickte Zellsaft der Blätter als Abführmittel bekannt und findet auch heute noch Verwendung (im Übrigen die einzige offizielle Verwendungsempfehlung). Man schreibt ihr außerdem schmerzlindernde, antibakterielle und antivirale Eigenschaften zu, die heilende Einflüsse auf kleinen Wunden, Verbrennungen und Hautunreinheiten haben sollen.
Wegen ihres bitteren Geschmacks schmierte man angeblich den Pflanzensaft früher Kindern auf die Finger, um ihnen das Daumenlutschen abzugewöhnen – bei manchen Nägelkauern würde ich das heute auch noch empfehlen.
Obwohl bisher keine Wirkung auf Wundheilung und Hautpflege der Aloe vera nachgewiesen werden konnte, scheint die Pflanze durchaus Wirkung auf den menschlichen Organismus zu haben: So können Wechselwirkungen mit Hydro-Kortisonscremes auftreten und es bei Einnahme von Diabetes-Mitteln zu Blutdruckabfall kommen. In Naturvölkern ist Aloe vera auch als Abtreibungsmittel in Gebrauch.
Generell findet Aloe vera mehr Eingang in traditionelle Medizin bzw. Alternativmedizin. In Deutschland Aloe-vera-Saft nur in einer Verdünnung von 1:200 und weder als Nahrungs- noch als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen.
Über 160 (oft wird sogar von 300 gesprochen) Substanzen bzw. Wirkstoffe aus der Aloe vera sind bisher bekannt, am prägnantesten sind die Aloine, die bereits erwähnten Bitterstoffe. 1920 durfte Aloe vera nur als Medizinprodukt verwendet werden, da die Reise der geernteten Blätter nämlich sehr lang war, mussten ihr Saft eingedickt, also gekocht werden – und das machte aus den ungefährlichen Aloinen eine hoch toxische Substanz.
Aber weiter in Wunderpflanzes-Wirkungen: Sie genießt nicht nur den guten Ruf der besseren Wundheilung und Hautschutz, sie soll auch helfen bei Fußpilz, Abszessen, Akne, Neurodermitis, Herpes, Schuppen und Haarausfall – schon allein bei äußerlicher Anwendung!
Auch dem Immunsystem soll Aloe vera auf die Sprünge helfen, nicht nur bei Erkältung sondern auch bei AIDS und sogar Krebs. Auch bei diversen weiteren Erkrankungen soll sie nutzen, z. B. Rheuma, Gicht, Ischias, Arteriosklerose, Angina Pectoris, in der Zahnmedizin gegen Parodontitis. Und ebenso interessant: In der Schockbekämpfung bei starkem Blutverlust!
Wahr oder utopisch?
Zwar gibt es vermeintliche Studien, die einen Wundheilungseffekt belegen wollen, doch wissenschaftlich bestätigt ist wie erwähnt nur die abführende Wirkung. Zwar wäre es schön, wenn eine einzige Pflanze mit ihren vielen Mineralstoffen, Vitaminen, Aminosäuren, sekundären Pflanzenstoffen und und und eine solch allumfassende Wirkung auf die menschlichen Beschwerden hätte, aber das ist wohl doch etwas zu viel des Guten – zumal diese Arzneipflanze auch von Nebenwirkungen nicht verschont ist, wie Mangel an Elektrolyten, Herzarrythmien, Nierenerkrankungen, Ödeme und beschleunigter Knochenabbau bei übermäßiger Einnahme. Das war’s dann also, mit dem Allheilmittel Aloe vera.
Zumindest eines kann man aber feststellen: Im Gegensatz zu Ideen wie einer Immunstütze bei AIDS und Krebs wurde eine kosmetische Wirkung noch nicht widerlegt und zumindest hier scheinen sich ein paar Studien zu halten. Kosmetische Produkte wie Cremes, Seife, Shampoos und vieles mehr schaden uns also nicht – aber ob man wirklich Aloe vera in Kniestrümpfen und Kopfkissen braucht? Ich weiß ja nicht…
Quellen:
- I. Schönfelder, Die neue Kosmos-Mittelmeerflora, Kosmos
- http://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Aloe
- http://en.wikipedia.org/wiki/Aloe_vera
- http://www.pflegewiki.de/wiki/Aloe
- http://www.gesundheit-heute.de/index.php?title=Aloe_vera
- http://www.lr-aloevera.at/aloe/aloe-vera-heilwirkung.htm
- http://www.borreliose.de/html/index.php?name=Sections&req=viewarticle&artid=76&allpages=1&theme=Printer
12. Dezember 2011
Oh… so lange wollte ich jetzt aber nicht warten…
